Schülerinnen und Schüler setzen ihr Umweltbewusstsein sportlich um

Bei den diesjährigen Bundesjugendspielen am Ernst-Mach-Gymnasium haben die Schülerinnen und Schüler der 5., 6. und 7. Klassen nicht nur im Laufen, Springen und Werfen ihre Kräfte gemessen – sie haben erstmalig auch eine noch sehr junge Sportart ausprobiert:

PLOGGING (der Begriff ist eine Zusammensetzung der beiden Wörter „plocka upp“ – schwedisch aufsammeln; aufräumen – und „jogging“). Die tolle Idee dazu hatte Angelina Jakubetzki aus der 7. Klasse eingebracht. „Man tut dabei nicht nur etwas für sich, sondern auch für die Umwelt“, betont die 13-jährige Schülerin, deren Vorschlag von Edwin Busl aus der Schulleitung begeistert aufgenommen wurde: „Wenn wir solche Ideen ernst nehmen und gemeinsam auch umsetzen, dann reden wir nicht nur von Partizipation, dann praktizieren wir sie auch und erkennen, wie bereichernd und vorbildhaft sie sein kann.“ Mit Unterstützung der Gemeinde Haar, die Müllsäcke, Handschuhe und eine Brotzeit stellte, konnte so die Aktion im Rahmen der Bundesjugendspiele durchgeführt werden.

Auf insgesamt drei Runden durch Eglfing und um den Bahnhof Haar herum sammelten jeweils rund 20 Schülerinnen und Schüler Müll auf. Der Andrang war laut Angelina Jakubetzki so groß, dass zum Teil ausgelost werden musste, wer mitmachen darf. So wanderten rund 300 Liter Abfälle in die Müllsäcke: Zigarettenstummel, Kronkorken, Trinkbecher, ein verrostetes Feuerzeug, ein abgebrochener Besen – der gesammelte Müll wird nun im Wertstoffhof der Gemeinde sortiert und geregelt entsorgt.

Ploggingrunde
Auf gehts zur nächsten Ploggingrunde

Dass sie innerhalb kurzer Zeit so viel Müll sammelten, erstaunt die Jugendlichen: „Ich glaube, man nimmt das sonst gar nicht so wahr“, sagt Initiatorin Jakubetzki. „Das Plogging stärkt auch unser Bewusstsein: Vielleicht lässt man beim nächsten Mal seinen Müll nicht einfach so liegen.“ Für Edwin Busl steckt auch eine politische Botschaft hinter der Aktion: „Junge Menschen zeigen, dass es so nicht weitergehen kann. Mit unserem verschwenderischen Ressourcenumgang, der Dominanz unserer Konsumorientierung und damit der Art unseres Lebensstils gefährden wir unsere Existenz auf diesem Planeten.“ Als Umweltschule wolle man den Schülerinnen und Schülern daher auch nachhaltiges Handeln vermitteln. „Man müsste so etwas öfter tun“, sagt Jakubetzki. Ihr Ziel ist es, Plogging künftig in viel mehr Aktionen einzubinden, möglichst jahrgangsstufen- und auch schulübergreifend. Auch Busl geht davon aus, dass es weitere ähnliche Aktionen geben wird: „Ein Saatkorn ist gesetzt, das Pflänzchen kann nun sprießen.“

Unterstützungteam
Die Gemeinde Haar mit Bürgermeisterin Gabriele Müller (2. v. li) und das von Theresa Mrowka (re) geleitete Fairttrade-Team unterstützen Stefan Bednars (li) PloggingläuferInnen
Schülerinnen und Schüler setzen ihr Umweltbewusstsein sportlich um
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